Die Schweiz ist traditionell ein Land der Mieter. Während in vielen europäischen Ländern eine Mehrheit der Haushalte im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung lebt, ist das Verhältnis in der Schweiz umgekehrt. Die Wohneigentumsquote liegt seit Jahren unter 40 Prozent. Mehr als die Hälfte der Haushalte wohnt dagegen zur Miete oder in einer vergleichbaren Wohnform.
Die aktuellsten verfügbaren Daten des Bundesamtes für Statistik (BFS) zeigen für 2024 eine weiterhin vergleichsweise niedrige Wohneigentumsquote. Der entsprechende BFS-Datensatz wurde am 5. März 2026 aktualisiert und enthält jährliche Werte nach Kanton ab 2019.
Die aktuellsten verfügbaren BFS-Daten zur Wohneigentumsquote reichen bis 2024; der entsprechende Datensatz wurde im März 2026 aktualisiert. Deshalb sollte „2026“ bei diesem Thema als aktueller Datenstand und nicht als bereits vorliegende Jahresquote 2026 verstanden werden. (Opendata)
Mietquote und Wohneigentumsquote in der Schweiz
Die Wohneigentumsquote beschreibt den Anteil der Haushalte beziehungsweise Wohnungen, die von ihren Eigentümerinnen und Eigentümern selbst bewohnt werden. Die Gegenposition bilden vor allem Miet- und Genossenschaftswohnungen.
Für die Schweiz lag die Wohneigentumsquote zuletzt bei rund 36 Prozent. Damit leben ungefähr 64 Prozent der Haushalte nicht im selbst bewohnten Wohneigentum.
| Wohnverhältnis | Anteil Schweiz, ungefähr |
|---|---|
| Wohneigentum | rund 36 % |
| Miete und andere Nicht-Eigentumsformen | rund 64 % |
| Verhältnis Miete/Nicht-Eigentum zu Eigentum | etwa 1,8 : 1 |
Die Werte sind als Größenordnung zu verstehen, da sich die genaue Quote je nach statistischer Abgrenzung und Datenjahr unterscheidet.
Das BFS weist darauf hin, dass die Wohneigentumsquote seit 1970 zwar langfristig gestiegen ist, die Schweiz aber weiterhin eine vergleichsweise niedrige Eigentumsquote besitzt. 1970 lag sie bei 28,5 Prozent, 1980 bei 30,1 Prozent, 1990 bei 31,3 Prozent und 2000 bei 34,6 Prozent. 2019 waren es 36,4 Prozent.
Entwicklung der Wohneigentumsquote seit 1970
Die langfristige Entwicklung zeigt, dass Wohneigentum in der Schweiz zwar an Bedeutung gewonnen hat, der Anstieg aber über Jahrzehnte relativ langsam verlief.
| Jahr | Wohneigentumsquote |
|---|---|
| 1970 | 28,5 % |
| 1980 | 30,1 % |
| 1990 | 31,3 % |
| 2000 | 34,6 % |
| 2010er-Jahre | rund 35–36 % |
| 2019 | 36,4 % |
| 2024 | rund 36 % |
Damit hat sich der Anteil der selbst bewohnten Eigentumswohnungen und Häuser seit 1970 zwar deutlich erhöht. Eine Mehrheit der Schweizer Haushalte lebt jedoch weiterhin zur Miete.
Die aktuellen BFS-Daten bestätigen, dass die Wohneigentumsquote nach Kantonen stark unterschiedlich ausfällt. Der Datensatz „Wohneigentumsquote, nach Kanton“ enthält die jährlichen Werte seit 2019 und wurde im März 2026 aktualisiert.
Warum ist die Mietquote in der Schweiz so hoch?
Ein wichtiger Grund ist die historische Struktur des Schweizer Wohnungsmarktes. Die Schweiz verfügt über einen grossen Mietwohnungsbestand und einen vergleichsweise kleinen Anteil an selbst genutztem Wohneigentum.
Hinzu kommen die hohen Immobilienpreise in vielen Regionen. Besonders in den grossen Städten und wirtschaftlich starken Ballungsräumen können die Kaufpreise für Wohnungen und Einfamilienhäuser sehr hoch sein. Für Haushalte ist der Erwerb deshalb häufig mit einem erheblichen Eigenkapitalbedarf verbunden.
Auch die Finanzierung unterscheidet sich von Ländern, in denen Wohneigentum traditionell stärker verbreitet ist. Der Kauf einer Immobilie setzt in der Schweiz unter anderem ausreichende Eigenmittel und eine tragfähige Finanzierung voraus.
Wohneigentum ist regional sehr unterschiedlich verteilt
Die Schweizer Durchschnittswerte verdecken erhebliche Unterschiede zwischen den Kantonen.
In ländlicheren Kantonen und Regionen ist Wohneigentum tendenziell weiter verbreitet. In den grossen Städten und dicht besiedelten Regionen ist dagegen der Mietwohnungsanteil besonders hoch.
Das hängt unter anderem mit Grundstückspreisen, Siedlungsstruktur, Wohnungsangebot und Einkommen zusammen. In Städten wie Zürich, Genf, Basel oder Lausanne ist der verfügbare Wohnraum begrenzt und der Anteil der Mietwohnungen traditionell hoch.
Das BFS stellt deshalb die Wohneigentumsquote auch auf Kantonsebene zur Verfügung. Dadurch lassen sich regionale Unterschiede wesentlich genauer untersuchen als mit einem Schweizer Gesamtwert.
Wohneigentumsquote nach Haushaltstyp
Auch die Zusammensetzung eines Haushalts beeinflusst die Wahrscheinlichkeit, in Wohneigentum zu leben.
Nach BFS-Daten beträgt die Wohneigentumsquote bei Paarhaushalten mit Kindern etwa 45 Prozent und bei Paaren ohne Kinder etwa 49 Prozent. Bei Einpersonenhaushalten liegt sie dagegen bei rund 23 Prozent, bei Einelternhaushalten bei etwa 24 Prozent.
| Haushaltstyp | Wohneigentumsquote, ungefähr |
|---|---|
| Paare ohne Kinder | 49 % |
| Paare mit Kindern | 45 % |
| Einpersonenhaushalte | 23 % |
| Einelternhaushalte | 24 % |
Damit besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen Haushaltsstruktur und Wohneigentum. Grössere Haushalte verfügen häufiger über Wohneigentum als alleinlebende Personen.
Paare mit Kindern häufiger im Eigenheim
Besonders interessant ist die Entwicklung innerhalb der Haushalte mit Kindern. Bei Paaren mit einem Kind liegt die Wohneigentumsquote laut BFS bei etwa 37 Prozent. Bei Paaren mit zwei Kindern steigt sie auf rund 50 Prozent und bei Paaren mit drei oder mehr Kindern auf rund 51 Prozent.
Das bedeutet nicht automatisch, dass Kinder die Ursache für den Erwerb einer Immobilie sind. Verschiedene Faktoren können gleichzeitig eine Rolle spielen, beispielsweise Alter, Einkommen, Haushaltsgrösse, Aufenthaltsdauer am Wohnort und finanzielle Möglichkeiten.
Mietwohnungen bleiben für die Mehrheit wichtig
Die hohe Mietquote prägt den Schweizer Wohnungsmarkt. Während in anderen europäischen Ländern selbst genutztes Wohneigentum einen grossen Teil des Wohnungsbestands ausmacht, spielt der Mietsektor in der Schweiz eine besonders wichtige Rolle.
Das zeigt sich auch beim Wohnungsbestand. Das BFS veröffentlicht detaillierte Daten zu bewohnten Wohnungen nach Wohnverhältnis und unterscheidet unter anderem zwischen Mieterinnen und Mietern, Untermietern, Genossenschaftern und Eigentümern. Der entsprechende Datensatz wurde ebenfalls im März 2026 aktualisiert.
Wohneigentum: Haus oder Eigentumswohnung?
Wohneigentum besteht in der Schweiz nicht nur aus Einfamilienhäusern. Eine bedeutende Rolle spielt das Stockwerkeigentum.
Bereits zwischen 2000 und 2019 stieg die Zahl der Wohnungen im Stockwerkeigentum von rund 237.700 auf 446.400. Das entspricht einem Anstieg von etwa 88 Prozent. Gleichzeitig blieb das selbst bewohnte Haus weiterhin eine wichtige Form des Wohneigentums.
Die Entwicklung zeigt, dass der Zugang zu Wohneigentum nicht ausschließlich über den Kauf eines Einfamilienhauses erfolgt. Eigentumswohnungen stellen insbesondere in dicht besiedelten Regionen eine wichtige Alternative dar.
Schweiz im internationalen Vergleich
Die Schweiz gehört zu den europäischen Ländern mit einer vergleichsweise niedrigen Wohneigentumsquote. Der hohe Mietanteil ist deshalb ein charakteristisches Merkmal des Schweizer Wohnungsmarktes.
Dabei ist ein hoher Mietanteil nicht automatisch mit einer schlechten Wohnsituation gleichzusetzen. Mietwohnungen können unterschiedlich gross, modern oder hochwertig sein. Umgekehrt sagt eine hohe Wohneigentumsquote allein nichts über die Kostenbelastung der Eigentümer aus.
Für einen sinnvollen Vergleich sollten deshalb zusätzlich Immobilienpreise, Mieten, Einkommen, Wohnfläche und Finanzierungskosten betrachtet werden.
Wohneigentum in der Schweiz 2026: Was zeigen die Daten?
Für das Jahr 2026 gibt es noch keine abgeschlossene Jahresstatistik zur Wohneigentumsquote. Die aktuell verfügbaren BFS-Daten reichen beim kantonalen Datensatz bis 2024. Dass dieser Datensatz im März 2026 aktualisiert wurde, bedeutet daher nicht, dass bereits eine endgültige Wohneigentumsquote für das Jahr 2026 vorliegt.
Die vorhandenen Daten zeigen jedoch ein relativ stabiles Bild: Rund zwei Drittel der Haushalte wohnen zur Miete oder in einer anderen Nicht-Eigentumsform, während gut ein Drittel selbst genutztes Wohneigentum besitzt.
Tabelle: Miet- vs. Wohneigentumsquote Schweiz
| Kennzahl | Schweiz |
|---|---|
| Wohneigentumsquote | rund 36 % |
| Miete/Nicht-Eigentum | rund 64 % |
| Wohneigentumsquote 1970 | 28,5 % |
| Wohneigentumsquote 2000 | 34,6 % |
| Wohneigentumsquote 2019 | 36,4 % |
| Datenstand des aktuellen BFS-Kantonsdatensatzes | 2024 |
| Aktualisierung des Datensatzes | März 2026 |
Die historische Reihe verdeutlicht, dass die Eigentumsquote langfristig gestiegen ist, der Mietsektor aber weiterhin deutlich grösser bleibt.
Fazit
Die Schweiz bleibt auch 2026 ein Land mit einem hohen Mietwohnungsanteil. Die aktuellsten verfügbaren Daten zeigen eine Wohneigentumsquote von ungefähr 36 Prozent. Rund 64 Prozent entfallen damit auf Miete und andere Wohnformen ohne selbst bewohntes Eigentum.
Seit 1970 ist die Wohneigentumsquote von 28,5 auf rund 36 Prozent gestiegen. Der Anstieg verlief jedoch langsam. Gleichzeitig unterscheiden sich die Quoten je nach Kanton, Region und Haushaltstyp erheblich.
Besonders Paare leben häufiger in Wohneigentum als Einpersonenhaushalte. Bei Paaren mit zwei oder mehr Kindern liegt die Eigentumsquote ebenfalls deutlich höher. Für 2026 selbst ist noch keine vollständige Jahresquote verfügbar; die aktuellen BFS-Datensätze ermöglichen jedoch bereits eine belastbare Einordnung des Schweizer Wohnungsmarktes.