Diese Seite drucken

Home

Zentralschweiz

Sturz des Mändliser

 
(0 Stimmen)

Der Mandliserberg in Uri bildet mit einem seiner Grate, dem Jakober, die südliche Begrenzung des Leutschachtales, dessen Hintergrund, früher eine schöne Alptrift, jetzt mit ungeheuren Granitblöcken bedeckt ist.

Der Mandliserberg in Uri bildet mit einem seiner Grate, dem Jakober, die südliche Begrenzung des Leutschachtales, dessen Hintergrund, früher eine schöne Alptrift, jetzt mit ungeheuren Granitblöcken bedeckt ist. Vor vielen Jahrhunderten stürzte ein Teil des Mandlisers ein. Davon erzählen die Hirten folgende Sage: Vor Zeiten weideten mehrere Hirten in diesem Talboden eine große Herde. Eines Abends wurden sie in nicht geringen Schrecken versetzt, als aus der Felswand gerade über ihnen ein Getöse und ein dreimaliger Ruf "Fort!" sich vernehmen ließ. Eilig traten sie zusammen und beratschlagten, ob sie der Stimme folgen und den Ort verlassen sollten. Die Mehrzahl war der Meinung, daß man auf das Geschrei des Ungeheuers nicht achten solle. Sie blieben auch dann noch fest auf ihrem Beschlüsse, als am dritten Tag der Berg noch heftiger dröhnte und als furchtbar die Worte erschollen: "Hinnech chumeni da!" (Heute Nacht komme ich dann!) Kaum war aber die Nacht eingebrochen, so stürzte der Berg zusammen und Hirt und Herde wurden unter den Trümmern begraben. Zur Erinnerung an die schreckliche Begebenheit heißt jetzt noch der verschüttete Ort vom Warnungsrufe "Fort!" Z'Furt.

Textquelle: Theodor Vernaleken, Alpensagen - Volksüberlieferungen aus der Schweiz, aus Vorarlberg, Kärnten, Steiermark, Salzburg, Ober- und Niederösterreich, Wien 1858


 1797,    24  Feb  2016 ,   Zentralschweiz