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Sage: Munotglöcklein

Ein Ritter kehrte mit seiner Truppe aus einem Krieg nach Hause nach Schaffhausen. Seine Frau hatte er zuvor monatelange alleine im Munot gelassen. Obwohl sie noch weit von Schaffhausen entfernt waren, meinte er das Getöse des Rheinfalls zu hören. Alle spornten ihr Pferd an und ritten so schnell wie möglich. Schliesslich gelangen sie in einen düsteren Wald, wo ihn ein fürchterliches Gewitter überraschte. Der Dunkelheit wegen verirrten sie sich im Dickicht. Sie konnten rufen, wie sie wollten. Niemand hörte sie. Auf einmal kamen sie in eine Lichtung. Alle erfreuten sich. Die Pferde stoppten jedoch. Sie spornten sie heftiger, doch das nützte nichts. Auf einmal sprang ein Pferd auf. In diesem Augenblick erleuchtete ein greller Blitzstrahl die Gegend taghell. Mit Entsetzen gewahrten die Ritter noch, dass sie mit ihren Pferden in die Fluten eines Baches hineinsprangen. Die Wildwasser packten die Ritter und Pferde und zogen sie in die Tiefen des Baches. Der letzte der Knechte überlebte die Flut und konnte sich an das andere Ufer retten. Durch das grelle Blitzlicht erkannte der Knecht plötzlich, dass sie sich ganz nahe der Stadt Schaffhausen befanden. Schnell machte er sich auf den Weg. In der Burg berichtete er der Frau von dem schrecklichen Unwetter, in dem die Ritter umgekommen waren. Am anderen Morgen brachten Hörige die Ertrunkenen ins Schloss, wo sie schliesslich aufgebahrt  und beerdigt wurden. Sobald die Toten im Grabe lagen, liess sie ein Glöcklein giessen. Von diesem Tage an wurde es jeden Abend um 21.00 Uhr geläutet. Denn zu dieser Zeit waren die Ritter ertrunken.

PS: Das „Munotglöggli“ ist seit 1589 im Einsatz. Es diente als Signal für die Schliessung der Stadttore und der Wirtshäuser. Noch heute wird das „Glöggli“ jeden Abend um 21.00 Uhr fünf Minuten lang geläutet. Dies ist die Aufgabe des Munotwächters.

 


 2761,    27  Jun  2016 ,   Mittelland
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