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Reisen & Entdecken

Von der heiligen Frucht zur Massenware

Kakao, die Speise der Götter, wurde erst ab dem 19. Jahrhundert in Europa zur Massenware. In der Schweiz kann man die Produktion im Schokoladenmuseum in Caslano TI hautnah erleben.

von Florencia Figueroa

Ein Geschenk des Himmels ist sie, die Kakaopflanze, das zumindest glaubten die Mayas und die Azteken. Sie verehrten den Kakaobaum und seine Früchte als göttlich und heilig. Der Kakao war derart wertvoll, dass er teilweise sogar als Währung diente. Bereits im 7. Jahrhundert nach Christus kultivierten die indigenen Völker Mittelamerikas die Pflanze. Ausgemahlenem Kakao, mit Chili, Vanille und Honig gewürzt, bereiteten sie den Trank «Xocolatl» zu, der erwachsenen, dem Adel entstammenden Männern vorbehalten war. Auch die Kakaobutter wurde verwendet: Aus ihr stellten die Mayas und die Azteken Medizin und Kosmetik her.

Christoph Kolumbus zeigte bei seiner Ankunft in Mittelamerika 1502 wenig Interesse am Kakao, weshalb die Pflanze erst mit dem spanischen Eroberer Hernán Cortés zu Beginn des 16. Jahrhunderts nach Europa gelangte. Doch Anklang fand aus Kakao im alten Kontinent zunächst nicht, denn das Getränk war, wie der aztekische Name «Xocolatl» schon verrät («xoco» bedeutet bitter, «atl» bedeutet Wasser) für die Europäer ungeniessbar. Erst als die Spanier auf die Idee kamen, das Bitterwasser mit Zucker und Vanille zuzubereiten, wurde es zu einem grossen Erfolg – das Getränk blieb jedoch lange ein Luxus.

Der Konsum stieg, als Maschinen für die Verarbeitung des Kakaos erfunden wurden, denn erst jetzt war das Getränk auch für die Masse erschwinglich. Im 19. Jahrhundert wurden zahlreiche Schokoladenfabriken gegründet, die zum Teil noch heute bestehen. Unermüdlich arbeiteten die Fabrikanten daran, die Qualität der Schokolade zu verbessern. 1848 brachte eine englische Firma zum ersten Mal eine essbare Schokolade aus Kakaomasse, Kakaobutter und Zucker auf den Markt. Heute ist Schokolade in allen Formen erhältlich, doch der wissenschaftliche Name des Kakaobaumes erinnert noch immer an ihre kostbare Herkunft: «Theobroma cacao» bedeutet «Speise der Götter». Wer einen Einblick in die Verarbeitung der Kakaobohnen und die Produktion von Schokolade erhalten möchte, sollte das Schokoladenmuseum in Caslano TI aufsuchen.

Preise

Der Eintritt für Erwachsene beträgt Fr. 3.–, für Kinder zwischen 6 und 16 Jahren Fr. 1.–. Gruppen ab zehn Personen haben freien Eintritt.

Öffnungszeiten

Das Museum ist von Montag bis Freitag von 9 bis 17.30 Uhr und von Samstag bis Sonntag von 9 bis 16.30 Uhr geöffnet.

Informationen

Schokoladenmuseum Alprose
Via Rompada 36
6987 Caslano TI
Tel. 091 611 88 56
www.alprose.ch


 1610,    07  Mär  2016 ,   Reisen & Entdecken
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