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Reisen & Entdecken

Schweizer Naturreservat in einem Sumpfgebiet

  Gabrielle Boller
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Champ-Pittet liegt mitten in der Grande Cariçaie, der grössten an einem See gelegenen Sumpflandschaft der Schweiz.

von Florencia Figueroa

Eigene Kolonien besass die Schweiz zwar nie, gleichwohl mischte sie während der Kolonialzeit kräftig mit; so zum Beispiel 1604, als Schweizer Soldaten eine Expedition nach Akadien (einstiges französisches Kolonialgebiet im nordöstlichen Teil Nordamerikas) begleiteten, um für ihre Sicherheit zu sorgen. Sir Frederick Haldimand, der eigentlich François-Louis-Frédéric Haldimand hiess und aus Yverdon im Kanton Waadt kam, kämpfte in der Neuen Welt nicht nur für die Franzosen, sondern auch für die Briten gegen die indigene Bevölkerung und fungierte von 1778 bis 1786 sogar als Gouverneur der Provinz Québec, einer Kolonie in Britisch-Nordamerika, dem heutigen Kanada. Doch als sich sein Leben dem Ende zuneigte, bevorzugte es der Schweizer Militäroffizier, zurück in seine Heimat zu gehen. Deshalb kaufte er sich 1777 im Kanton Waadt das Gebiet von Champ-Pittet, auf dem er ein Schloss erbauen liess. Das prächtige Anwesen aus dem 18. Jahrhundert umfasst rund vierzig Hektaren Wald, ein Sumpfgebiet und viele Gärten. Zusammen bilden sie das Gut Champ-Pittet. Bereits 1979 ging das Anwesen an die Naturschutzorganisation Pro Natura über. Sie hat das Gebiet kurzerhand zum Naturschutzgebiet erklärt, das heute mehrere bedrohte Tierarten beheimatet.

So finden sich auf dem Gebiet an die vierhundert Schmetterlingsarten, aber auch über dreissig Libellenarten sowie verschiedene Säugetiere. Auch seltene Orchideen und riesige Riedgebiete, auf denen zahlreiche Vogelarten leben, können auf dem Areal Champ-Pittet entdeckt werden. Vom Beobachtungsturm aus haben die Besucher die Möglichkeit, das Treiben der Vögel zu beobachten. Zwergreiher, Rohrsänger, Taucher, Enten und Blesshühner sind hier heimisch, ebenso verschiedene Amphibien- sowie Reptilienarten. Auch in den Gärten gibt es viel zu entdecken: Neben diversen Kräutern werden auch zahlreiche Blumen kultiviert. Im Innern der Villa, die der illustre Freiburger Architekt Charles de Castella entworfen hat, erwartet den Besucher eine interaktive Ausstellung. Diese wird jedes Jahr neu gestaltet und ist auch für Kinder lehrreich und spannend.

Preise

Erwachsene (ab 17 Jahren) Fr. 8.–, Kinder (6 bis 16 Jahre) Fr. 6.–, Studenten/Senioren Fr. 7.–.

Öffnungszeiten

Mitte März bis Ende Oktober: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17.30 Uhr; an Feiertagen auch montags geöffnet.

Informationen

Pro Natura Zentrum
Champ-Pittet
Chemin de la cariçaie 1,
1400 Cheseaux-Noréaz
Tel. 024 423 35 70,
www.pronatura-champ-pittet.ch


 2577,    15  Apr  2016 ,   Reisen & Entdecken