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Reisen & Entdecken

Der Siegeszug der Eisenbahnen

Die Dampfschneeschleuder der Rhätische Bahn «Xrot 9213»: Heutzutage dient sie hauptsächlich touristischen Zwecken. Der Durchmesser des Schleuderrads beträgt zweieinhalb Meter; es erreicht maximal 170 Umdrehungen pro Minute.

von Florencia Figueroa

Der Mann, der die Welt veränderte, zumindest die Welt des Verkehrs, war der Brite George Stephenson – er weihte vor rund 190 Jahren in England die erste öffentliche Eisenbahnstrecke der Welt ein. Sie führte von Stockton-on-Tees nach Darlington. Selbstredend, Spurrillen, die in der Stadt dazu dienten, dass Fuhrwerke besser auf den Strassen fahren konnten, gab es schon seit Längerem. Auch die Dampflokomotive – vom Briten Richard Trevithick entwickelt – wurde bereits 1804 in Betrieb genommen. Sie war für die gusseisernen Schienen, die für Pferdewagen konzipiert waren, allerdings zu schwer. George Stephenson gelang es schliesslich, das Problem zu lösen, sodass dank ihm die Eisenbahn zu einem massentauglichen Verkehrsmittel avancieren konnte. Am 27. September 1825 weihte er die erste öffentliche Eisenbahnstrecke feierlich ein.

Nach der erfolgreichen ersten Fahrt dauerte es nicht mehr lange, und die Eisenbahn eroberte von Grossbritannien aus die Welt. Immer mehr Gebiete wurden erschlossen, auch solche, in denen extreme klimatische Bedingungen herrschten und viel Schnee fiel, der aber mithilfe von Schneepflügen von den Schienen weggeschafft wurde. Doch auf dem Berninapass kamen die Pflüge an ihre Grenzen, weshalb die Betreiber der Berninabahn, die 1910 eröffnet wurde und den Kurort St. Moritz über den Berninapass mit der italienischen Stadt Tirano verband, eine andere Lösung finden mussten. Sie kauften zwei Dampfschneeschleudern, die selbst vor Gesteinsbrocken oder Bäumen nicht Halt machten. 1967 wurde der Betrieb der Schleudern eingestellt – sie wurden durch modernere Maschinen abgelöst. Eine der Schleudern gehört heute der Museumsbahn Blonay–Chamby, die andere verblieb in Besitz der Berninabahn für den Reserveeinsatz. Mittlerweile gehört sie der Rhätischen Bahn (RhB), die sie zweimal im Jahr ihren Dienst verrichten lässt. Damit besitzt die RhB die weltweit einzige noch in Betrieb stehende Dampfschneeschleuder. Eine Fahrt mit diesem Unikum ist möglich. Während der Fahrt erklärt ein Reisebegleiter die technischen Details.

Preise

Der Preis pro Person beträgt Fr. 299.–, inbegriffen ist ein Mittagessen auf der Alp Grüm. Tickets und weitere Informationen unter Tel. 081 288 65 65 oder an den Bahnhöfen der Rhätischen Bahn.

Öffnungszeiten

Die Fahrten finden zweimal im Jahr statt, jeweils im Januar und im Februar. Der nächste Termin ist der 14. Februar. Die Fahrten werden nur bei genügend Teilnehmern durchgeführt.

Informationen

Rhätische Bahn AG
Bahnhofstrasse 25
7002 Chur
Tel. 081 288 65 65
www.rhb.ch


 1780,    07  Mär  2016 ,   Reisen & Entdecken
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