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Reisen & Entdecken

Das «weisse Gold» im Schosse des Berges

Im historischen Teil der Minen von Bex VD erfahren die Besucher, wie die Mineure das Salz vor dreihundert Jahren abgebaut haben. Informieren können sich die Besucher aber auch, wie das Mineral heutzutage gewonnen wird.

von Florencia Figueroa

Der Legende nach war es ein Hirte, der im 15. Jahrhundert oberhalb von Bex VD auf eine Salzquelle gestossen ist. Seine Ziegen mochten das Wasser dort viel lieber als anderswo. Der Hirte fand heraus, warum: Das Wasser schmeckte salzig, woraus er schloss, dass sich ganz in der Nähe ein Salzvorkommen befindet. Das «weisse Gold» im grossen Stil abzubauen begann man aber erst 1684. Noch heute wird dort Salz gewonnen. Geändert haben sich nur die Methoden, mit denen man dem Berg das Mineral abtrotzt.

Vor rund 330 Jahren mussten die Mineure vor allem eins sein: stark, denn ihnen standen als Werkzeuge nur Hammer und Meissel zur Verfügung. Als Lichtquelle dienten ihnen Öllampen. Damit die Bergarbeiter im Stollen nicht erstickten, wurden Holzröhren in den Berg geführt, durch die man mit einem Blasebalg Luft in den Stollen pumpte. Diese «Luftröhren» stellten die Mineure selbst her. Sie fertigten sie aus Lärchen an. Die Stämme höhlten sie mit einem handbetriebenen Bohrer aus. Holzröhren dienten aber auch dazu, das salzhaltige Wasser, das während des Abbaus austrat, aus dem Stollen zu schaffen.

Auch Erdgas trat bisweilen aus. Dieses verwendeten die Arbeiter bei Bedarf für die Beleuchtung, ansonsten wurde es auch aus dem Stollen geschafft, um keiner Gefahr ausgesetzt zu sein. 1690 nützte alle Vorsicht aber nichts – es kam zum ersten Erdgasunfall. 1841 ereignete sich ein ähnlicher Vorfall, bei dem drei Menschen zu Tode kamen. Wer mehr über die Minen erfahren und sich darüber informieren will, wie das Salz heutzutage abgebaut wird, kann die Minen besichtigen.

Preise

Kinder bis 4 Jahre gratis, Kinder von 5 bis 15 Jahren Fr. 13.50, Erwachsene Fr. 22.50. Die Besichtigung dauert rund zwei Stunden. Es wird empfohlen, sich warm anzuziehen, gute Schuhe zu tragen und zu reservieren.

Öffnungszeiten

Die Minen können an den Wochenenden im Februar, März, November und Dezember besucht werden. Pro Tag finden eine bis zwei Besichtigungen statt. Im April, Mai, September und Oktober finden zwei bis vier Besichtigungen pro Tag statt, jeweils von Dienstag bis Sonntag sowie an Feiertagen. Von Juni bis August finden vier bis zehn Besichtigungen pro Tag statt, jeweils von Montag bis Sonntag. Die Salzminen sind zudem am Oster- und Pfingstsonntag sowie am eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag geöffnet.

Informationen

Fondation des Mines
de Sel de Bex
Route des Mines de Sel 55
1880 Bex
Tel. 024 463 03 30
www.seldesalpes.ch


 1692,    07  Mär  2016 ,   Reisen & Entdecken
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