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Kultur & Feste

Liestal in Flammen

Keine Angst: Wenn in Liestal am Sonntag nach Aschermittwoch heisse Feuer die Nacht zum Tag werden liessen, brannte nicht etwa das Städtchen. Vielmehr fand der Chienbäse-Umzug statt.Er ist der feurige Höhepunkt der sogenannten Bauernfasnacht.

So alt wie die Fasnacht ist der Chienbäse-Umzug in Liestal BL längst nicht. Trotzdem gilt er in dieser Region als unbestrittener Höhepunkt der Fasnacht. Zehntausende pilgern alljährlich in die Kantonshauptstadt, um dem Feuerbrauchtumsanlass beizuwohnen, der jeweils am Fasnachtssonntagabend stattfindet. Dass es ihn gibt, ist dem Bäckermeister Eugen Stutz zu verdanken, der ihn kurz nach dem Ersten Weltkrieg (1914 bis 1918) eingeführt hat. Fackelzüge gab es zwar schon seit Jahrhunderten in Liestal, aber erst der Bäckermeister Eugen Stutz machte aus ihnen eine Tradition. Er war es, der dem Umzug seine heutige Form verlieh. Dabei werden aus Kiefernholz gebundene «Besen», die bis zu hundert Kilo wiegen, brennend durch die Altstadt Liestals getragen. Damit will man den Winter vertreiben. Höhepunkt des Umzugs bilden aber die zwanzig Feuerwagen – eiserne Wagen, in denen sich jeweils mehrere Ster brennendes Holz befinden. Den ersten Umzug begingen noch Schüler, heute sind es vor allem Einheimische, die sich freiwillig als Fackelträger anerbieten. Sie stellen ihre «Besen» selber her. Es sei eine Kunst, den «Bäse» fachgerecht zu erstellen, damit er gut aussehe und erst dann richtig anfange zu brennen, wenn sich der Träger in der Altstadt befinde, schreibt die IG Chienbäse auf ihrer Website. Auch die Wagen werden selber hergestellt, allerdings nicht von freiwilligen Helfern, sondern von den Mitgliedern jener Vereine, die sich der Fasnacht und damit dem Chienbäse-Umzug verschrieben haben.

Von Florencia Figueroa


 2455,    06  Feb  2017 ,   Kultur & Feste
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