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Die verschneite Alp - eine Sage

Sein starker und schöner Sohn tat seiner Mutter jedoch oft ungut. Sie hingegen verhätschelte ihn oft. Als der Landwirt starb, hinterliess er seinem Sohn sein grosses Heimwesen, aber auch die prächtige Alp. Eines Frühlings rüstete sich der junge Senn zur Alpfahrt. Er schmückte seine Kühe und nahm Abschied. Seine Mutter sah er dabei kaum an. Seine Liebste schmückte ihn, danach ging es jauchzend und singend bergauf. Mit Weiden der Kühe begann sein grosses Wohlleben, denn die Alp floss von Milch und Honig. Seiner Braut schickte er das Beste zu, seiner Mutter nichts. Wenn sie was brauche, so dachte er, wisse sie, wo er sei. Eines Tages besuchte ihn seine Geliebte. Er genoss dies sehr, tanzte und feierte mit ihr. Plötzlich hörten sie ein lautes seufzen und ächzen. Eine alte Frau stieg mühsam das Felsweglein herauf zur Alp. Schweissgebadet, todmüde schleppte sie sich heran und flehte um etwas Speise.  Erbost, dass die Alte sie während der Festerei gestört hatte, gab der Senn ihr widerwillig ausgekäsete, überlang gestandene Milch. Sonst verabreichte er dies nur seinen Schweinen. Die Mutter dankte, bat ihren Sohn noch, ihr etwas Schotte und weissen Zieger in die Tanse zu tun. Er löffelte ihr etwas Mist und Käsewasser in die Tanse. Die Mutter bemerkte nicht, was er ihr wirklich verpackt hatte. Zu Hause öffnete sie die Tanse und fand darin reinsten Rahm und besten  Käse.  Der Herbst zog ins Lande. Der junge Senn rüstete sich mit seiner Braut für den Alpabzug und genossen zusammen das letzte feierliche Mahl auf der Alp. Auf eimal färbte der Himmel sich schwefelgelb, brandschwarze Wolken zogen auf wie Ungeheuer. Es donnerte und krachte, fürchterlicher Wirbelwind hetzte das Vieh in die Schluchten und den Senn und seine Liebste in die Hütte. Wildes Schneegestöber und eiskalte Temperaturen liessen die Alp in Schnee und Eis versinken. Von da an blühte die Alp nie mehr. Wenn ein Jäger sich Samstag in dieses Hochtal verläuft, kann er die Geister des Senns, seiner Geliebten und der Tiere unter dem Schnee ihr Unwesen treiben.


 1831,    27  Jun  2016 ,   Zentralschweiz
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