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Tessin

Das Licht der Glühwürmchen

Man erzählt sich, dass in alten Zeiten die Glühwürmchen sowohl oben als auch unten an ihrem Körper leuchteten - bis zu jenem Tag, an dem ein paar Schneiderinnen das Hochzeitskleid für ihre werte Gräfin unter Zeitnot beim Schein einer bescheidenen Öllampe zur Vollendung nähen sollten.

Man erzählt sich, dass in alten Zeiten die Glühwürmchen sowohl oben als auch unten an ihrem Körper leuchteten - bis zu jenem Tag, an dem ein paar Schneiderinnen das Hochzeitskleid für ihre werte Gräfin unter Zeitnot beim Schein einer bescheidenen Öllampe zur Vollendung nähen sollten. Ausgerechnet in ihrer Not ging das Öl der Lampe allmählich zur Neige. Das Licht wurde immer schwächer bis es schliesslich ganz ausging. Einer Fee entging die missliche Lage jener Schneiderinnen aber nicht und sie erschien ihnen ihre Hilfe anzubieten: „Ich will eine Schar treuer Glühwürmchen rufen, euch aus der Not zu helfen. Nur eine bescheidene Gegenleistung verlange ich dafür, dass die Helferinnen zum Hochzeitsfest miteingeladen werden. Sie werden um die Krone und den Schleier der Braut einen leuchtenden Kranz bilden.“ Erfreut willigten die Schneiderinnen ein. Alsbald erschienen unzählige Glühwürmchen und leuchteten den Schneiderinnen bis das Kleid genäht war. Am nächsten Tag fand das grosse Ereignis statt. Als sich nun die Glühwürmchen wie abgemacht auf Krone und Brautschleier setzen wollten, da jagte sie der arge Bräutigam achtlos davon. Über diese Boshaftigkeit verärgert verliess auch die Fee das Fest. Nie wieder sah man die Glühwürmchen oben und unten ohne unterlass leuchten, fortan leuchteten sie nur ab und an und nützten keiner Schneiderin je mehr zu dunkler Abendstunde.

Textquelle: Unbekannt


 1548,    24  Feb  2016 ,   Tessin
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